medica goes vorklinik

Der heilige Gral: Die Altklausur

Begeben wir uns auf die Meta-Ebene oder auf das,
was ich für sie halte:

Nehmen wir an, dass ein armer, kleiner Student der Medizin,
ganz frisch und völlig unbeholfen in der großen, neuen weiten Welt der Uni,
sich auf seine erste, spannende Klausur vorbereiten muss.
Nehmen wir weiter an, dass dieser arme Student sich die Finger nach jeder noch so kleinen Info leckt,
die ihm ein großer, schon etablierter Student geben kann.
Das Problem der Angstmacherei kennen wir ja nun schon zu genüge,
aber manchmal sind diese "Altstudenten" auch richtig nett
und geben einem den goldenen Funken.

Das Heiligtum. Das allwissende Wissensdokument:

Die Altklausur.

Dieser alte, vergilbte Packen von Papier, auf dem schon hundert Kreuze vergangener Studenten "gemalt" sind,
so dass man sich der richtigen Antwort schon gar nicht mehr sicher sein kann,
gibt dem Neustudi ein Gefühl von Sicherheit, von endlichem Lernzeitkontinuum
und von innerer Ruhe (vielleicht besser: Bequemlichkeit. *g).

Und zum ersten Mal in seinem noch so kurzen Leben als Student
sieht der Medizini ein Licht am Ende des Stresstunnels,
wenn er da sitzt, kreuzt und kreuzt und kreuzt
und er feststellt, dass seine neuen besten Freunde nicht Annika oder Friedhelm heissen,
sondern A, B, C, D und E.

Liebe Nachzuchten:
Nutzt jede Klausur, die ihr bekommen könnt,
kreuzt euch wund und den Kuli leer
und freut euch dann, wenn in der Klausur genau die selben Fragen kommen wie 1987
und die neuen auch nur neu sind, weil Patient Frau M. jetzt Herr K. heisst
und die Antwort jetzt nicht mehr bei A steht, sondern auf D gerutscht ist.

I love it!

1 Kommentar 29.1.10 21:53, kommentieren